282. Haaner Kerb - Kerbrede

Ich grüß’ euch alle, Groß und Klein,
hier in den altwürdigen Mauern der Burg Hayn!
Die Millenium Kerb war eine Pracht,
6 Tage lang hat die Sonn’ gelacht.
Unsern Herrgott muß ich loben,
ich send ein dickes Dankeschön nach oben.
Es will mer net in de Kopp enei,
awwer der Herrgott muß en Haaner sei.
Aans des hat uns ach beglückt,
was war der Haa so schön geschmückt.
Fahne dort und Birkebäum’ hier,
der ganze Haa’ war eine Zier.
Auch beim Sammele ihr liewe Leut’,
habt ihr gespendt, es war e Freud.
Für all dies, möcht’ ich am letzten Tage,
im Name aller Kerbborsch „Danke“ sage!
Mit soviel Unnerstützung des is klar,
besteht die Haaner Kerb noch 282 Jahr.
Doch leider muß ich ach den Finger hewe,
eine Sach’ ging fast danewe.
Ein Kerbborsch hat mer sich gekrallt,
un ihm den Kopp voll Alkohol geknallt.
Zum Glück, de Doktor hat ihn repariert,
am Sonntag iss er wieder mitmarschiert.
Mensch Meier, sag ich da vor Wut,
so macht das schöne Brauchtum ihr kaputt.

Doch jetzt spitzt euer Ohrn und hört gut zu,
ich will euch berichte wie’s auf der Kerb ging zu.
Normal fängt die Kerb am Freitag an,
doch wir musste schon am Donnerstag ran.
Um halb 8 ging es in den Wald,
da hawwe mer die Kerbbeem umgeknallt.
Im 1.Moment hawwe mir ganz schee gegafft,
wer von uns hot schon mit Axt un Säg’ geschafft.
Am Abend dann, so war’s unser Wille,
wir taten mit unsren Eltern grille.
Im Klartext, wir hawwe Abschied genomme,
weil wir heut’ Nacht es erstemal wieder richtig nach Hause komme.

Am Freitag dachten wir alle Mann oh Mann,
die Kerb, die fängt ja heiter an.
Der Traktor, der den Kerbbaum sollt fahrn,
kam ach pünktlich angefahrn.
Doch plötzlich war so Knall uff Fall,
beim Traktor dann de Diesel all!
Zu Allem wie des dann so geht,
die Polizei kam aach zu spät.
Wir hawwe uns dann uffgerafft,
den Kerbbaum um 5 an sein Platz geschafft.
In 5 Minute war er am Loch,
nach 25 Minute dann stand er doch!
Als dann nach der ganze Hatz,
die Kerbbopp war an ihrem Platz
und des Namensschild war angebracht,
hawwe alle dann mal laut gelacht.
Wie hies der Bursch uffem Baum vorm Hausmann seine gut Stub’,
es war dem Meckerschorsch soin Bub.

Am Abend mit Musik un viel Trara,
gings zum Bieranstich dann durch de Haa’.
Als wir dann zum Festzelt gelange,
wurde wir mit riesen Jubel dort empfange.
Der Bürgermeister, der von de Binding, die Hausmänner un ich,
die machten dann den Bieranstich!
Un während im Zelt alles jubelte laut,
hat mer draussen die Pupp geklaut.

Am Samstag dann ganz ohne Frage,
hies es die Kerbbeem auszutrage.
Des ganze is uns aach geglückt,
am Abend war de „Haa“ geschmückt.
Es darf ruhig noch mal gesagt hier werden,
de Haa sah aus wie’s Paradies auf Erden.
Aach dieses Jahr ganz wunderschön,
war’s Feuerwerk hier anzusehen!
So mancher Gast der jaulte laut,
warum hat de Karl de Große die Burg hier gebaut.

Am Sonntag so wie in jedem Jahr,
gings in die Kirche, des is klar.
Aach dieses Jahr trotz Orgelspiel in Kirchenlieder,
fielen zwaa die Lider nieder,
als die Kerchgäst sich zum Gebet erhowwe,
ginge die Lider wieder nach owe.
Ausgeruht un ausgeschlafe
sin wir ins Dietrichsroth gelaafe.
Ich sage nur, der Besuch wir haben ihn nicht bereut,
was hawwe sich die alte Leut’ gefreut.
Un als die Kerwelieder sind erklungen,
hawwe alle fest mitgesungen.
Un noch eins, ehrlich, ich sag des hier gerne,
aach im Dietrichsroth kann man an so einem Tag noch was lerne.

Am Abend dann der große Knall,
beim TVD, Kerbborschenball!
Damit der Einzug beim Ball auch richtig klappt,
ham wir uns die Bembelsänger geschnappt,
un sin dann ganz feierlich, nicht geloge,
mit Ziehharmonika und Teufelsgeige eingezogen.
Nachdem ich hat die Leut’ begrüßt,
kam dann, was ihr alle wisst,
vom Kerbborschenball der Schnalzer,
wir tanzten mit unsern Muttis Walzer.
Der Tanz hat wunderbar geklappt,
keine Mutti hat geschnappt.
Die Stimmung war riesig, die Stimmung war groß,
schlicht aafach, bis nachts um zwaa war in de Turnhall’ was los.

Am Montag dann, in der Weimarstrass, es ist nicht zu bestreite,
man fühlte sich zurückversetzt in alte Zeite.
Mitte uff de Strass, drei Tisch, fein gedeckt,
dort hawwe die Kerbborsch ihr Frühstück geschleckt.
Der Fußball hat uns aach interessiert,
doch redde mir net drüwwer, was da is passiert.
Ich kann nur sage, ihr liebe Herrn,
es kann nur noch besser wern!
Danach hatten wir den eine Gedanke nur,
wann ist es endlich 23 Uhr.
Es beginnt der größte Spass,
Kerbborschtreff in de Fahrgass.
Von 1955 bis 2000 warn alle da,
am Dreieichplatz war ein mords Trara.
450 Kerbborsch, e riesen Meut’,
sin dann unner Glockengeläut,
mit Musik un mit Gesang,
die Fahrgass’ und de Woog entlang,
unner riesen Beifallswogen
ins Kerbzelt eingezogen.
Bei dieser Begeisterung, Frohsinn, Singen un Lachen,
braucht man sich um dieses Brauchtum kaa Sorje zu machen!

Dienstags dann en riesen Spass,
Bierstaffel in de Fahrgass’,
bei de Bierstaffel musst du laufe,
esse un aach ebbes saufe.
Wer am schnellsten ist, oh welche Wonne,
der hat die Bierstaffel gewonne.
Es traten Mann für Mann
die 98er gegen die 99er an!
Hier hawwe ganz ohne Frage
die 99er, die 98er Akademiker geschlage.
Dann sin die 75er gegen die 80er gerennt
un hawwe sich unentschieden getrennt.
Um 14 Uhr wars dann soweit
die Vorkerbborsch stande bereit,
mit dem Lied auf den Lippen „Mein ist der Hain“,
gings fröhlich zur Taufe in den Woog hinein.
So manche Eltern, ich tu net unke,
meinten: „So hat unsern Sohn noch nie gestunke!“
Wir die Täufer, können Euch nur sage,
viel Glück un genau wie 2000 so schöne Kerbetage.
Wer behauptet wir wär’n Pimpfe,
von wegen – bis heut morjend um fünfe.
hawwe mir mit anderen Kerbborsch gesunge und gelacht,
un in de Burgbeiz die Nacht zum Tage gemacht.
Immer im Hinnerkopp den Gedanke,
hoffentlich hält das Brauchtum noch recht lange.

Heute dann, schlagkaputt, de Kopp is schwer,
wo nemme mir e Kerbredd her?
Doch plötzlich regt sich der Verstand,
Papier un Bleistift in der Hand
Wird üwwer die Kerb gewitzelt
un die Redd dann uffs Papier gekritzelt.
Ich hab’s euch jetzt vorgelese,
des iss die Haaner Kerb gewese!
Jetzt kimmt halt was komme muss,
wir legen jetzt zum Schluß
die Kerbpupp den „Meckerschorsch soin Bub“ ins Feuer rein.
Die Kapelle spielt „Mein ist der Hain“!

Das war die Kerb 2000!

Es lebe die Kerb 2001!

Zeit bis zum Bieranstich 2018:

298 Tage - 21 Std. 21 Min.

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