Haaner Kerbborsche 1971 - Kerbrede

„Es war e schee Zeit“

Ihr Leut ahoi,
was is die Haaner Kerb so feu.
Für all die es noch net kenne,
will ich jetzt e paar Beispiel nenne:
Die Haaner Kerb iss die erst im Land,
und überall im Umkreis bekannt.
Sie iss im Wonnemonat Mai.
Was könnt denn da noch schöner sei,
und von weit her komme die Leut,
am dies Fest zu feiern für groß und klaa,
in unserm schöne Haa.
Unn unser Städtsche im Hain,
is e klaa Ort im Land, um das uns viel beneide.
Wenn annere sich aach mit Dreieich gern schmücke,
so kann uns das net bedrücke.
Der Haa iss und bleibt der Haa.
Es gibt nur ein Dreieichehaa.

Und ebbes noch was mer sonst immer boot,
ich muß es emol sache, denn dass tut not.
Das is de Mojeseg (Morgensegen) vom Musikverein,
doch diesmal isser ausgebliewe,
und mer wolle wisse, was de Musikverein hat gedriwwe.
Und net zuletzt wo gibt es schon,
e Kerb mit Kerborsch aus Tradition.
En schöne Brauch den mir habbe noch,
und gibt es auch im Geldbeutel e großes Loch.
Lieber wollen mer die paar Mark net wisse,
um für uns das Fest der Feste zu misse.

Nun will ich euch schnell sage,
was alles passiert is in dene Tache:
Am Freitag morgen dann, zogen wir mit 17 Mann,
und 40 Liter Ebbelwoi in de Haaner Wald enoi.
Dort habbe mer die Birkbeemsche geschlache,
um sie am Samstag an euch zu verkaafe.
Auf der Suche nach dem Kerbbaum,
fanden wir, man glaubt es kaum,
ich muß es euch sache, es war wie verrückt,
mir fande im dem Wald das dickste Stück.
Dann kams, der große Saus und Braus,
wie kriege mer den Baam ausem Walde eraus?
Mir habbe a groß Schneiß geschlache,
und habbe de Baam aus dem Wald getrache,
und uff de Wache gelade.
Und als de Freitag fast vorbei,
da stellte mer de Baam ins Loch enoi.

Am Samstag morsche gings schon los,
mit Gebrüll und mit getos.
Um die Beem an de Mann zu bringe,
sollts ach in unser Kasse stimme.
Am Abend traf sich die Jugend all,
beim traditionellen Kerbborscheball.
Am Sonntag und Montag maschierten wir mit Zicke-Zacke und Gesang,
in allen Straßen in unserm Haa entlang.
An jeder Wirtschaft machten mer halt,
und habbe etliche Bier abgeknallt.
Uffem Kerbplatz habbe mer uns Blume für die Hüt geschosse,
und habbe auch die anderen Annehmlichkeiten der Kerb genosse.
Auch sind mer e mol zum Tanz in die Turnhall maschiert,
und haben dem Erwin sei Bier probiert.

Am Dienstag morgen bewirteten wir,
die vorjährische Kerbborsche mit 150 Liter Bier.
Ein Kerbborsch vom Vorjahr, der war toll,
und machte unsere Gläser immer wieder voll.
Als die Fässer waren geleert,
sind mer gemeinsam in die Turnhall maschiert.
Da habbe mer gesunge und habbe gesoffe,
dann sind die meiste abgebroche.
Danach habbe mer gesoffe bis in die Nacht,
und habe bei unserer Kerbmutter in de Garage übernacht.
De Schlaf noch in de Knoche,
sind wir heut mosche ausem Stroh rausgekroche.
So ist vieles noch passiert,
auch wurde manches Mädchen verführt.
Auch wollte se uns die Schoppeamsel klaue,
doch mer habe se in die Flucht gehaue.
Wir habbe ganz kräftig mit Wasser gepritzt,
da sind die Kerle um die Ecke geflitzt.

So ihr liebe Leut,
vorbei ist die Kerb und unsere schöne Kerbborsche Zeit.
Unser singe war net immer schee,
aber laut und im große und ganze,
hats ganz gut hiegehaut.
Ich glaub und behaupt ihr liebe Leut,
mer habbes geschafft,
un’es war uns a besondere Freud.
Nun macht schnell,
un legt die Schoppeamsel ins Feuer herein,
die Musik spielt und alle singen:
„Mein ist der Hain“

Zeit bis zum Bieranstich 2018:

238 Tage - 0 Std. 44 Min.

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