Haaner Kerbborsche 1989

Haaner Kerbborsche 1989
Haaner Kerbborsche 1989

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Kerbrede der Haaner Kerbborsche 1989

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Text zum 25 jährigen Jubiläum im Jahr 2014

Wir wussten, wie der Hase läuft.

„Oh mein Gott sind die jung. Teenies, ach was, fast noch Kinder“. Jedes Jahr am Bieranstich denke ich mir das. Vor 25 Jahren, also 1989, da war das natürlich völlig anders. Aber sowas von anders. Wir waren damals natürlich total reif und erwachsen. Mindestens. Wir wussten, wie der Hase läuft. Wir haben das Festzelt nicht nur gefüllt, nein, auch gerockt. Wir, das waren 20 Jungs des Geburtsjahrgangs 1970/71, die – angeführt von unserem Kerbvadder Jürgen Schickedanz – am Kerbfreitag 1989 die 273. Haaner Kerb eröffneten.

Wir 89er waren kein Jahrgang, der sich annähernd geschlossen aus einem großen Freundes oder Bekanntenkreis, eines Sportvereines oder sonstiger Verbindungen zusammenschloss. Wir waren vielmehr ein recht bunter Haufen mit so exotischen Erscheinungen wie Offenthalern, Abiturienten, Langhaarigen. Alles nicht so selbstverständlich damals. Aber nicht alle haben es bis zur Taufe und Kerberöffnung geschafft. Die, die es aber angegangen sind, dieses große Abenteuer des Kerbborschsein, die hatten ein Jahr Zeit, sich bei den wöchentlichen Sitzungen in der Vereinsgaststätte des SVD kennenzulernen. Die Bewirtung von „Schorsch“ sowie die obligatorischen Stiefel für die älteren Jahrgänge taten ihr übriges dazu.

Irgendwann wurden dann die Ämter per Wahl vergeben, das Singen geübt, die Fahne gemalt und Hut und Schärp‘ und Trallala bestellt und die Tage bis zur Kerberöff nung gezählt. Dann ging es los. Baum gestellt, Kerb-Puppe „Oskar Immerdorscht“ präsentiert, schnell nach Hause, umziehen und Abmarsch: Einzug ins Zelt. Wir sangen die einstudierten Lieder, Schicke pumpte den erfrischenden Schluck des Frischgezapften in gewohnter Manier ab und „unsere“ Kerb war eröffnet. Ein geiles Gefühl. Plötzlich fühlte ich mich als Teil dieser Kerb, deren Aufbau ich schon als Kind immer mit großen Augen beobachtet hatte und dessen Beginn ich nicht erwarten konnte.

Mit blütenweißem Hemd und pechschwarzer Hose, drapiert mit grüner Schärpe und Kerbhut im Nacken konnte sich dann kerberöffnungseuphorisiert Autoscooter, Schießstand, Hollywood-Star und dem ein -oder anderen zwischenmenschlichen Kontakt gewidmet werden. Die erste Kerb-Nacht und auch die, die noch folgen sollten, waren sehr speziell. Es gab durchaus differenzierte Auffassungen der unterschiedlichsten Jahrgängen, wer, wann und warum überhaupt schlafen möchte. Schlafstätten waren übrigens die Hütte des Abenteuerspielplatzes und – noch abenteuerlicher – ein Waggon der Haaner Reitschul. Aber das ein oder andere Lied am Lagerfeuer sorgte – zusammen mit verschiedensten Leckereien und meist lustigen Anekdoten – für Kurzweil.

Es wurden Kerb-Bäume verkauft, dabei Zecken eingefangen und wieder entfernt, Lebensmittelspenden eingesammelt und kräftig vertilgt, den Senioren im Haus Dietrichsroth ein Ständchen gesungen und dabei das ein oder andere Tränchen verursacht (war‘s Rührung oder lag‘s am Gesang?), die Kirche besucht, sogar mit knapp pünktlichem Kerbvadder, das erste Jahrgangstreffen mitgefeiert und schließlich die Kerb verbrannt, Hut und Schärpe ausgezogen und kräftig geflennt.

Kurzum, ein Kerbverlauf wie schon viele Dutzende Male zuvor und auch hoffentlich noch danach. Das Besondere: es war UNSERE Kerb, WIR gehörten jetzt dazu, WIR waren jetzt Haaner Kerbborsche! WIR 89er, die wir uns seit dem in lila Jahrgangsfarben präsentieren. Ja-ha, wir wussten schon damals wie Mode geht.

Heute, 25 Jahre später, hat es manchen von uns der Liebe oder des Jobs wegen, quer durch Europa verteilt, manch einer ist wie vom Erdboden verschwunden, einer davon übrigens schon seit Kerbsamstag 1989 und trotzdem haben wir es geschafft, seit damals jedes Jahr am Jahrgangstreffen teilzunehmen. Auch wenn unser Jahrgang auch schon mal aus mehr Füßen, denn aus Teilnehmern bestand.

Und so werde ich auch dieses Jahr wieder beim Bieranstich stehen und mir denken: „Oh mein Gott sind die jung. Teenies, ach was, fast noch Kinder“. Um dann festzustellen, dass wir alle damals mindestens (!!!) genauso waren.

Schee war‘s. In diesem Sinne wünschen die 89er allen eine fröhliche und lustige Kerb. Auf eine niemals aussterbende Tradition der Haaner Kerbborsche.

Michael Hampel, Schriftführer 1989

Zeit bis zum Bieranstich 2018:

238 Tage - 0 Std. 44 Min.

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