Vorwort des Vereins

Generationen kommen und gehen. Die Haaner Kerb ist geblieben. Seit nunmehr 298 Jahren und eigentlich noch viele Jahrhunderte mehr. Einige Bräuche gingen unter. Andere sind im Laufe der Jahrhunderte und Jahrzehnte zur Tradition geworden. Kaum eine andere Kerb in der weiten Umgebung kann auf ein solches Kirchweihbrauchtum wie die Haaner Kerb verweisen.

Auch heute noch unterteilen viele Dreieichenhainer das Jahr in die zwei Jahreszeiten vor und nach der Kerb. Doch es ist nicht mehr ganz wie früher. In den Wochen vor Pfingsten haben die Hainer Schneider keine Hochkonjunktur mehr. Daß die Hainer Friseure in den Tagen vor der Kerb extra eine Damen-Friseuse engagieren müssen, gehört ebenso der Vergangenheit an. Auch Omas Kerbgeld, das zum Teil als Gegenleistung in ein sogenanntes Kerbstück – meist einer Bratwurst – umgesetzt wird, neigt sich dem Ende zu. Dennoch – im Kern ist die Haaner Kerb über lange Zeit unverändert geblieben. Dafür sorgten schon immer weite Teile der Bevölkerung, die sich für den Bestand dieses Festes einsetzen. Kerbborsche und Vereine sind die organisierten Garanten für das alljährliche Gelingen.

In der Vergangenheit beklagten die Medien, daß die Haaner Kerb zusehends zu einem Standardartikel, zu einem gewöhnlichen Rummel, “bei dem ganz zuvorderst der Umsatz, der Kommerz, der Bierausstoß zählen”, verkommt. Abgesehen davon, daß Einnahmen nicht gleich Gewinn sind, hat, wer solches behauptet, sich nur oberflächlich mit der Haaner Kerb auseinandergesetzt. Es lohnt sich, tiefer in die Seele eines außergewöhnlichen Festes vorzudringen. Als Einstieg mögen die in dieser Internetseite aufgenommenen Beiträge dienen. Man dürfte schnell feststellen, daß die Haaner Kerb von einem gewöhnlichen Volksfest weit entfernt ist.

Dies wissen alljährlich Tausende von Besuchern zu schätzen. Gerade in einer Zeit, die von Schnelllebigkeit und Übertechnisierung geprägt ist, wirkt die – noch dazu in einem Ballungsraum – seit Jahrhunderten ununterbrochene Pflege uralter Traditionen in Verbindung mit der romantischen Altstadt und der altehrwürdigen Burgruine besonders anziehend. Durch die außerordentlich günstige Lage am Pfingstwochenende hat zudem jeder die Möglichkeit, die erste Kerb in der Region ausgiebig zu feiern.

Obgleich der Haaner Kerb auch weiterhin eine Spitzenstellung unter den hessischen Kirchweihfesten zu wünschen ist, wollen wir zunächst den Blick zurück auf die vergangenen 290 Jahre richten: Wir schreiben das Jahr 1718. Am ersten Advent wird die wieder aufgebaute Burgkirche der Gemeinde übergeben. In der damaligen Residenz- und Kreisstadt Hayn in der Dreieich stand diese Kirche noch im Lebensmittelpunkt. In allen Abschnitten des irdischen Daseins wurden unsere Altvordern von diesem Bauwerk begleitet. Sogar beim größten Hainer Fest stand die Burgkirche im Mittelpunkt. Heute ist leider nur noch wenigen bewußt, wie eng Kirche und Kerb miteinander verknüpft sind.

Genauso gedankenlos werden die Kerbborsche immer wieder mit übermäßigem kollektivem Alkoholgenuss und Schlägereien in Verbindung gebracht. Vorwürfe, die im allgemeinen in den Bereich der Fabel gehören. Deshalb gilt es auch, mit dieser Internetseite das Weltbild vom Kerbborsch zu relativieren. Denn ohne Kerbborsche wäre das Brauchtum im Hain schon längst – wie in anderen Orten – ausgestorben.

Interessengemeinschaft Haaner Kerbborsche e. V.

Zeit bis zum Bieranstich 2017:

70 Tage - 6 Std. 58 Min.

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08.06.2015 Anfahrt
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